Wir haben uns am vergangenen Wochenende in ein weiteres Abenteuer gewagt: Eine französische Messe.
Was sofort auffällt: Es gibt weder Kniebänke, noch Messdiener. Vorne neben dem Priester stand eine wild fuchtelnde Frau, wo erst nach näherem Hinsehen ansatzweise zu erkennen war, dass sie scheinbar die Gemeinde beim Gesang dirigieren wollte.
Wirklich leer war die wirklich schöne Kathedrale (ja, Besancon ist immerhin Erzbistum) nicht, aber die Stimmen der Kirchgänger eher Stimmchen. Vielleicht hatten diese einfach keine Lust zu singen, kannten die Lieder nicht (den Eindruck hatte ich desöfteren) oder es lag an der "Fuchteltante", denn die fuchtelte nicht nur, sondern meinte auch zwischendurch singen zu müssen, was sie besser nicht getan hätte. Da schüttelte es einen in den Bankreihen genauso wie beim Gesang des Pfarrers und das lag nicht nur daran, dass es ziemlich kalt in den alten Gemäuern war.
Nach der notwendigen Dosis Bösartigkeit nun zum weiteren Verlauf: Friedensgruß macht man wie und wie lange man will. Küsschen oder Hand geben, was sagen oder nicht oder, wie eine Frau, einfach jedem in der Kirche (und die war halb voll) die Hand geben, egal, ob der Pope vorne schon ganz woanders ist.
Richtig spannend wirds dann aber bei der Kommunionausteilung. Da kommen Liberalitätsbestrebungen und südländisches Temperament ganz zur Geltung. Man geht nicht der Reihe nach, sondern jeder irgendwann, wie es im gerade gefällt. Das erinnerte mich stark an die Autofahrer auf der Autobahn, die mit 200 bis ganz vorne zur Baustelle durchfahren und dann ganz schnell im Reißverschlussverfahren reingelassen werden wollen. So in etwa lief das da auch, nur leider fehlte mir die Hupe. ;-)