Der Campus, auf dem sich auch unsere Wohnheime befinden, beherbergt an die 3.000 Studenten. Drolligerweise steht besagter Menge Leute genau ein Waschraum zur Verfügung mit sagenhaften vier Waschmaschinen und zwei Trocknern.
Meine Odysee an einem schönen Sonntagnachmittag möchte ich an dieser Stelle meinem verehrten Blog-Publikum nicht vorenthalten.
Es begab sich ein freier Platz im Waschraum und nachdem ich mir die erforderlichen Geldmünzen zusammengetauscht hatte, durfte ich an der Rezeption nach Hinterlassung meiner persönlichen Daten und meines kompletten Schlüsselbundes nun endlich den Waschraumschlüssel in Empfang nehmen. Die Wäsche verschwand schnell im Vorkriegsmodell-Toploader, doch kurz nach dem Start das erste Problem. Als die ganze Ladung grade ordentlich gewässert ist, zeigt die Maschine eine Überladung an. Kurzerhand werden nun die Badetücher nun über dem Waschbecken ausgewrungen. Aber nicht genug und so wird die ganze Waschladung nun auch von der darauffolgenden Trocknerprozedur nicht trocken. Im Zimmer trocknen? Doofe Idee, weil zu viel Wäsche für die Wäscheleine. Sie kollabiert unter der Last. Was nun tun mit Handtüchern, Jeans und Co? Auf zum Waschsalon wenige Busstationen entfernt.
Für den Spottpreis von einem Euro kann man hier 10 Minuten den Trockner anschmeißen. Ich habe selbstverständlich zu wenig Kleingeld dabei. Was also tun? Schnell den Trockner zum ersten Mal anschmeißen, bevor es jemand anderes tut, dann flux zum Bäcker nach nebenan und - weil nur Geldscheine tauschen ein wenig dreist ist – wird schnell noch ein Baguette mitgenommen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht morgens schon eines gekauft hätte ;-)
Nach weiteren 30 Minuten ist die Wäsche dann endlich mehr oder weniger trocken. Mittlerweile ist es Abend. Aber meine erste französische Waschladung ist fertig! Nach läppischen fünf Stunden.

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