Montag, 16. Februar 2009

Aus den Memoiren eines französischen Dekans...

Es hat so seine Vorteile, wenn man Seminare und Vorlesungen beim Dekan (in etwa Leiter eines Fachbereichs, in meinem Fall die Philosophische Fakultät) hat. Der gute Mann ist organisatorisch voll involviert und informiert, was den Unialltag angeht. Unser Dekan an der "Fac de Lettres" in Besancon versteht es außerdem, immer mal wieder mit netten Anekdoten um die Ecke zu kommen. So wurde er am Heiligen Abend, oder besser dem Heiligen Morgen des vergangenen Jahres nach einem langen vorangegangenen Arbeitstag morgens früh von der Polizei aus dem Bett geklingelt mit dem Hinweis, dass seine Fakultät brenne. Er dachte schon, dass er vielleicht am Abend zuvor etwas nicht ausgemacht- oder gesteckt habe. Doch das war nicht der Grund. Was war geschehen? Ein stadtbekannter Landstreicher, Penner oder meinetwegen auch Tippelbruder (ich kenne den politisch korrekten Begriff nicht) hatte sich am Abend zuvor in einem Gebäude der Uni einschließen lassen. Doch nachdem irgendwann die Heizungen ausgingen wurde es dem guten Mann kalt. Was macht man also, wenn man in einem Gebäude mit Seminarräumen eingeschlossen ist? Richtig, man sucht Papier zusammen, stapelt es, macht vielleicht noch aus ein paar Tischen Kleinholz und bringt den ganzen Kram zum Fackeln. Und schwupps wird es warm und man hat sehr bald auch noch ein paar neue Freunde in roten und blauen Jacken, die das alles scheinbar nicht ganz so drollig finden...

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