Will man Streiken lernen, dann sollte man nach Frankreich gehen. Das können die gut. Vermutlich aus Tradition. Und mit wachsender Begeisterung, habe ich den Eindruck. Zusätzlich quer durch alle Altersgruppen und sozialen Schichten. "En grève" sein scheint fast schon eine Lebenseinstellung zu sein. Polemiker würden vielleicht behaupten, dass der Streik zum "savoir vivre" hinzu gehört. Zwei Generalstreiks in noch nicht einmal zwei Monaten (Da kommen einem dann Menschen entgegen, die trommeln und ihre verschiedenen bunten Gewerkschaftsfahnen schwingen und durch die Stadt ziehen. Bei uns hieße das vermutlich Karnevalsumzug oder so, aber sowas kennen die ja nicht.;-))
Die Studenten verbarrikadieren mittlerweile sämtliche Eingänge zu den Räumen und den Unigebäuden mit Tischen und Stühlen. Davor werden dann aber - man streikt ja mit Stil - Kaffee, Saft und Crêpes ausgegeben und Musik gehört. Blöd isses dann nur, wenn ein Großteil der Crêpes nicht in den Bäuchen der Demonstranten landet, sondern auf dem Innenhof der Fakultät. Ich habe einige meiner französischen Kommilitonen mal gefragt, ob sie das nicht auch eher für Kindergartenverhalten halten. Die Antwort darauf war - so interpretiere ich es - ein Mischung aus stummer Zustimmung und Entsetzen über die Unverblümtheit meiner Aussage.
Natürlich haben die Studenten es nicht einfach. Durch einen Lehrerüberschuss gibt es für Lehramtsanwärter schlechte Berufsperspektiven und generell - wie es europaweit die neuen Studiensysteme vorsehen - soll schneller studiert werden. Ich frage mich nur, ob dieser - teils nicht ganz gewaltfreie - Weg der Studenten der richtige ist. Einige scheinen die Zeit des Streiks auch eher zu nutzen, um mal nichts zu tun. Sorry, aber dafür ist eine Uni meines Erachtens nicht da.
Das wirkliche große Problem - so sehe ich die Sachlage - haben aber eigentlich die Dozenten. Die sollen - so Sarko, der "Liebling" der Nation - mehr in kürzerer Zeit veröffentlichen, sonst drohen Lohnkürzungen. Desweiteren sollen "Exzellenzzentren" gegründet werden und beispielsweise die Unis von Besancon und Dijon zusammengelegt werden. In Dijon würde dann geforscht, in Besac - wenn überhaupt - noch ein kleines bisschen gelehrt. (Da ich ein böser Mensch bin, kann ich mir diese Nebenbemerkung aber nun nicht verkneifen: Ich habe nicht den Eindruck, dass an der UFC Besancon in den Geisteswissenschaften sonderlich viel geforscht wird, von daher wäre der Unterschied vermutlich garnicht so groß. Aber man muss ja "fraternité" mit den andern Unis üben.)
Streikt ein Dozent nun offiziell, dann bekommt er pro Streiktag eine bestimmte Menge von seinem Lohn abgezogen und merkt das dann u.U. am Ende des Monats durchaus.
Da noch weitere Demos und Blockaden angekündigt sind, habe ich heute und morgen keine Uni. Diese Woche also nicht und somit garnicht mehr hier in Frankreich.
Was bleibt? Naja, spannend bleibt es in jedem Fall...
Die Studenten verbarrikadieren mittlerweile sämtliche Eingänge zu den Räumen und den Unigebäuden mit Tischen und Stühlen. Davor werden dann aber - man streikt ja mit Stil - Kaffee, Saft und Crêpes ausgegeben und Musik gehört. Blöd isses dann nur, wenn ein Großteil der Crêpes nicht in den Bäuchen der Demonstranten landet, sondern auf dem Innenhof der Fakultät. Ich habe einige meiner französischen Kommilitonen mal gefragt, ob sie das nicht auch eher für Kindergartenverhalten halten. Die Antwort darauf war - so interpretiere ich es - ein Mischung aus stummer Zustimmung und Entsetzen über die Unverblümtheit meiner Aussage.
Natürlich haben die Studenten es nicht einfach. Durch einen Lehrerüberschuss gibt es für Lehramtsanwärter schlechte Berufsperspektiven und generell - wie es europaweit die neuen Studiensysteme vorsehen - soll schneller studiert werden. Ich frage mich nur, ob dieser - teils nicht ganz gewaltfreie - Weg der Studenten der richtige ist. Einige scheinen die Zeit des Streiks auch eher zu nutzen, um mal nichts zu tun. Sorry, aber dafür ist eine Uni meines Erachtens nicht da.
Das wirkliche große Problem - so sehe ich die Sachlage - haben aber eigentlich die Dozenten. Die sollen - so Sarko, der "Liebling" der Nation - mehr in kürzerer Zeit veröffentlichen, sonst drohen Lohnkürzungen. Desweiteren sollen "Exzellenzzentren" gegründet werden und beispielsweise die Unis von Besancon und Dijon zusammengelegt werden. In Dijon würde dann geforscht, in Besac - wenn überhaupt - noch ein kleines bisschen gelehrt. (Da ich ein böser Mensch bin, kann ich mir diese Nebenbemerkung aber nun nicht verkneifen: Ich habe nicht den Eindruck, dass an der UFC Besancon in den Geisteswissenschaften sonderlich viel geforscht wird, von daher wäre der Unterschied vermutlich garnicht so groß. Aber man muss ja "fraternité" mit den andern Unis üben.)
Streikt ein Dozent nun offiziell, dann bekommt er pro Streiktag eine bestimmte Menge von seinem Lohn abgezogen und merkt das dann u.U. am Ende des Monats durchaus.
Da noch weitere Demos und Blockaden angekündigt sind, habe ich heute und morgen keine Uni. Diese Woche also nicht und somit garnicht mehr hier in Frankreich.
Was bleibt? Naja, spannend bleibt es in jedem Fall...

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